Donnerstag, 26. Mai 2016

Freitag, 6. Mai 2016

Badische Zeitung: Das Mietshäusersyndikat erhält den Berndt-Koberstein-Preis 2016

In diesem Jahr ging der mit 10 000 Euro dotierte Berndt-Koberstein-Preis an das Mietshäusersyndikat. Linke-Stadtrat Hendrijk Guzzoni hat den Preis in Erinnerung an seinen Freund gestiftet, der 1986 in Nicaragua ermordet wurde.

Die Preisträger wollten nur im Kollektiv auf die Bühne, und so wurde es am Dienstagabend ziemlich voll im Gewölbekeller des Weinschlösschens: "In einer Zeit, in der Wohnungsknappheit und galoppierende Mietpreissteigerungen das Grundrecht auf Wohnen immer stärker beeinträchtigen, ist das Wirken des Miethäusersyndikats wertvoller denn je", befand die Jury.

Vor fünf Jahren hatte Linken-Stadtrat Hendrijk Guzzoni den Preis gestiftet, in Erinnerung an seinen Freund, den 1986 in Nicaragua ermordeten Aufbauhelfer Berndt Koberstein. "Dieses Jahr wäre Berndt 60 geworden, er wurde nicht mal 30", sagte Guzzoni zu Anfang, "ein ganz seltsames Gefühl." Mit dem Preis will Guzzoni Initiativen oder Personen würdigen, die sich für ein solidarisches Zusammenleben engagieren.

In diesem Sinne waren die Preisträger ein Volltreffer. Das Mietshäusersyndikat, das Anfang der 80er Jahre als kleine Kooperative auf dem Grether-Gelände begann, hat sich zu einem Verbund von 111 Hausprojekten mit mehr als 2000 Bewohnern in verschiedenen Städten und im ländlichen Raum entwickelt. In den einzelnen Häusern können Menschen günstig und eigenverantwortlich wohnen, ihre Organisation im Syndikat verhindert, dass die Immobilien jemals verkauft werden können. Sie sind dem Markt und der Gewinnerzielung entzogen – und das ist das Schnippchen, das die Syndikalisten dem Kapitalismus geschlagen haben.

"Euer Beispiel macht Mut, ihr seid mehr als ein Geschäftsmodell", würdigte Laudator Martin Wiedemann von der Fabrik die Preisträger in einer klugen und empathischen Rede: Sie begann mit dem Recht auf Behaust-Sein, das vom Höhlenmenschen bis zum Plattensiedler politische und gesellschaftliche Bedeutung hat, sprang zum Häuserkampf als Hebel zur Systemveränderung und endete mit der gewitzten Strategie des Mietshäusersyndikats.

Stellvertretend für alle bedankte sich Stefan Rost und regte das nächste Schnippchen an: Wäre doch schön, meinte er, wenn Mieterinitiativen bei der Stadtbau die Selbstverwaltung für ihre Häuser einführen würden. Langanhaltender Applaus für die Preisträger.

Mittwoch, 16. März 2016

Berndt Koberstein Preis 2016

Pressemitteilung

Preisträger des Berndt Koberstein Preises 2016 ist das Miethäuser Syndikat. Der mit 10.000.-€ dotierte Preis wird 2016 zum fünften Mal vergeben und erinnert an den 1986 von der Contra in Nicaragua ermordeten Aufbauhelfer Berndt Koberstein.

Mit ihrer Entscheidung würdigt die Jury des Berndt Koberstein Preises den kontinuierlichen großen Beitrag des Mietshäuser-Syndikats zum dauerhaften Erhalt von bezahlbaren Mietwohnungen. „In einer Zeit, in der Wohnungsknappheit und galoppierende Mietpreissteigerungen das Grundrecht auf Wohnen immer stärker beeinträchtigen, ist das Wirken des Miethäuser-Syndikats wertvoller denn je“, so die Jury. Besondere Würdigung findet die Tatsache, dass das Konzept des Mietshäuser-Syndikats einen Großteil der Verantwortung und Entscheidungskompetenz in die Hand von Hausgemeinschaften legt. „So entsteht verantwortliches und solidarisches Miteinander-Wohnen“, so Jury-Mitglied Bernd Obrecht.

Die Laudatio für das Mietshäuser-Syndikat wird Martin Wiedemann, Chef des Kulturprogramms des Vorderhaus, halten.

Für die musikalische Begleitung sorgt die Gruppe „Meeting Waters“.

Die Preisverleihung des berndt Koberstein Preises 2016 findet am Dienstag, den 3. Mai 2016 um 19Uhr30 im „Weinschlösschen“ (Wilhelmstr./Ecke Schnewlinstr.) statt.