Freitag, 10. Mai 2013

BZ: Koberstein-Preis geht an das Theater im Marienbad und den Freien Bürger

Preisgeld von 10.000 Euro wird geteilt

Preisträger und Stifter (von links): Dietmar Kohn und Hubertus Fehrenbacher vom Theater im Marienbad, Preisstifter Hendrijk Guzzoni, Carsten Kallischko und Michael Seifert von der Redaktion der Obdachlosenzeitung „Freie Bürger“.

Der Freiburger Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) gehört zu den Freunden des Freiburger Aktivisten Berndt Koberstein, der 1986 in Nicaragua ermordet wurde. Guzzoni hat aus einem persönlichen Vermächtnis den Erinnerungspreis "Für Zusammenleben und Solidarität" gestiftet, der Kobersteins Namen trägt. Eine Jury hat den mit 10 000 Euro dotierten Preis zu gleichen Teilen an das "Theater im Marienbad" und die Redaktion der Obdachlosenzeitung "Freie Bürger" zugesprochen. Zahlreiche Gäste kamen in das "Weinschlössle" in der Wilhelmstraße, um der Preisverleihung beizuwohnen.

Berndt Koberstein war am 31. August 1956 geboren worden und engagierte sich früh in der Gewerkschaftsjugend und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend. 1985 flog er zum ersten Mal nach Wiwili in Nicaragua, um beim Bau einer Wasserleitung zu helfen. In dieser Stadt, die heute etwa 75 000 Einwohner zählt, war bereits am 30. April 1983 der Freiburger Arzt Albrecht Pflaum mit 13 anderen Menschen bei einem Contra-Überfall umgebracht worden. Bei seinem zweiten Arbeitseinsatz im Jahre 1986 ereilte Koberstein am 28. Juli das gleiche Schicksal.

Das "Theater im Marienbad" und der "Freie Bürger" wurden für ihre langjährige Arbeit, die beispielhaft für die Vielfalt und das Engagement im kulturellen und sozialen Leben in Freiburg stehen, ausgezeichnet. Gerhard Kirk, früherer Redakteur der Badischen Zeitung, hielt die Laudatio für die engagierten Mitarbeiter der einzigen Freiburger Straßenzeitung. Er erinnerte dabei an den überraschenden Tod von Uli Herrmann in diesem Jahr (8. März), den "Motor" des Redaktionsteams, und das Wirken als Zeitungsmacher mit einer Sicht aus einer "ganz anderen Perspektive". Für das Theater im Marienbad übernahm die Intendantin des Stadttheaters Barbara Mundel zusammen mit ihrem Chefdramaturgen Josef Mackert die Würdigung. Sie betonte insbesondere die herzliche Gastfreundschaft die sie hier immer erlebt hat und die zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit insbesondere auch bei dem Projekt "Kultur macht frei!" geführt hat.

Für die Stadt grüßte Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach und wies darauf hin, dass sich nächstes Jahr die Partnerschaft mit Wiwili zum 25. Male jährt. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch den "SUSI-Chor", der mit seinem rhythmischen und nachdenklichen Liedern einen gelungenen Rahmen bot.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/koberstein-preis-geht-an-das-theater-im-marienbad-und-den-freien-buerger--71772329.html