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Sonntag, 14. Mai 2017

Badische Zeitung: "Wir entsprechen keiner Norm"

Zwei Freiburger Vereine wurden mit dem Berndt-Koberstein-Preis ausgezeichnet – die Jury setzte ein klares Statement.


Emotional, persönlich, politisch: Die diesjährige Verleihung des Berndt-Koberstein-Preises sollte mehr sein als ein Abend voller Floskeln und Händeschütteln. Bei der Veranstaltung im Weinschlösschen wurden die Freiburger Vereine "Schwere(s)-Los" und "Wahlkreis 100%" ausgezeichnet – besonders die Wahl des zweiten Preisträgers war ein klares Statement der Jury in Richtung Politik.

Der "Wahlkreis 100%" setzt sich dafür ein, dass Migrantinnen und Migranten an allen Wahlen teilnehmen dürfen – unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. "Ich hatte einen italienischen Pass und durfte nicht wählen", sagte der Stifter des Preises, Hendrijk Guzzoni, in seiner persönlichen Ansprache.

Vielleicht auch deshalb fiel die Wahl der Jury auf die im Jahr 2002 gegründete Initiative, die in Freiburg bis heute vier symbolische Wahlen für ausländische Mitbürger abgehalten hat, um gegen Einschränkungen des Wahlrechts zu protestieren. Ihr Slogan: "Hier lebe ich, hier wähle ich." Der Vorsitzende des Vereins, Clemens Hauser, zeigte sich begeistert über die Auszeichnung: "Für uns ist diese Wertschätzung unglaublich wichtig. Der Berndt-Koberstein-Preis ist aus unserer Sicht ein politischer Preis."

Genauso sieht das auch Hendrijk Guzzoni. Der ehemalige Stadtrat und überzeugte Kommunist rief den mit 10 000 Euro dotierten Preis vor fünf Jahren ins Leben und benannte ihn nach seinem Freund Berndt Koberstein – einem Entwicklungshelfer, der in Nicaragua von rechtsgerichteten Rebellen ermordet worden war. Seitdem zeichnet er mit dem Preis jedes Jahr Initiativen in der Region aus, die für ein solidarisches Miteinander eintreten.

Mit dem anderen Preisträger des Abends, dem Verein "Schwere(s)-Los", bedachte die Jury eine Initiative, die kulturelle Angebote für Menschen anbietet, die am Rande der Gesellschaft stehen. Im Jahr 2007 hatte die Künstlerin Maren Moormann das Projekt ins Leben gerufen – und damit eine Initiative entfesselt, die im Laufe der Zeit ein immer breiteres Spektrum an Angeboten entwickelte. Dazu zählen mittlerweile unter anderem ein Bettlerchor und eine Töpferwerkstatt für psychisch kranke und obdachlose Menschen. "Schwere(s)-Los ist ein Vielspartenhaus", sagte Laudatorin Ursula Konfitin, ehemalige Leiterin des Amtes für Soziales und Senioren.

Die Gruppe bedankte sich ganz auf ihre Weise – mit selbst komponierter Live-Musik. So standen sie alle zusammen auf der Bühne und sangen: "Wir sind wie Bananen, wir entsprechen keiner Norm. Lebenskünstler – Kultur für alle!"

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/wir-entsprechen-keiner-norm--136414704.html

Freitag, 6. Mai 2016

Badische Zeitung: Das Mietshäusersyndikat erhält den Berndt-Koberstein-Preis 2016

In diesem Jahr ging der mit 10 000 Euro dotierte Berndt-Koberstein-Preis an das Mietshäusersyndikat. Linke-Stadtrat Hendrijk Guzzoni hat den Preis in Erinnerung an seinen Freund gestiftet, der 1986 in Nicaragua ermordet wurde.

Die Preisträger wollten nur im Kollektiv auf die Bühne, und so wurde es am Dienstagabend ziemlich voll im Gewölbekeller des Weinschlösschens: "In einer Zeit, in der Wohnungsknappheit und galoppierende Mietpreissteigerungen das Grundrecht auf Wohnen immer stärker beeinträchtigen, ist das Wirken des Miethäusersyndikats wertvoller denn je", befand die Jury.

Vor fünf Jahren hatte Linken-Stadtrat Hendrijk Guzzoni den Preis gestiftet, in Erinnerung an seinen Freund, den 1986 in Nicaragua ermordeten Aufbauhelfer Berndt Koberstein. "Dieses Jahr wäre Berndt 60 geworden, er wurde nicht mal 30", sagte Guzzoni zu Anfang, "ein ganz seltsames Gefühl." Mit dem Preis will Guzzoni Initiativen oder Personen würdigen, die sich für ein solidarisches Zusammenleben engagieren.

In diesem Sinne waren die Preisträger ein Volltreffer. Das Mietshäusersyndikat, das Anfang der 80er Jahre als kleine Kooperative auf dem Grether-Gelände begann, hat sich zu einem Verbund von 111 Hausprojekten mit mehr als 2000 Bewohnern in verschiedenen Städten und im ländlichen Raum entwickelt. In den einzelnen Häusern können Menschen günstig und eigenverantwortlich wohnen, ihre Organisation im Syndikat verhindert, dass die Immobilien jemals verkauft werden können. Sie sind dem Markt und der Gewinnerzielung entzogen – und das ist das Schnippchen, das die Syndikalisten dem Kapitalismus geschlagen haben.

"Euer Beispiel macht Mut, ihr seid mehr als ein Geschäftsmodell", würdigte Laudator Martin Wiedemann von der Fabrik die Preisträger in einer klugen und empathischen Rede: Sie begann mit dem Recht auf Behaust-Sein, das vom Höhlenmenschen bis zum Plattensiedler politische und gesellschaftliche Bedeutung hat, sprang zum Häuserkampf als Hebel zur Systemveränderung und endete mit der gewitzten Strategie des Mietshäusersyndikats.

Stellvertretend für alle bedankte sich Stefan Rost und regte das nächste Schnippchen an: Wäre doch schön, meinte er, wenn Mieterinitiativen bei der Stadtbau die Selbstverwaltung für ihre Häuser einführen würden. Langanhaltender Applaus für die Preisträger.

Montag, 11. Mai 2015

BZ: Berndt-Koberstein-Preis geht an Projekte für Solidarität und Zusammenleben

Der Berndt-Koberstein-Preis geht in diesem Jahr an Projekte der Feministischen Geschichtswerkstatt und des Forums Weingarten.

Den diesjährigen, mit 10 000 Euro dotierten Berndt-Koberstein haben die Feministische Geschichtswerkstatt und das Forum Weingarten erhalten. Die Verleihung fand jüngst in den Kellergewölben des "Weinschlössle" in der Wilhelmstraße statt.

Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) ist ein Jugendfreund von Berndt Koberstein. Vor vier Jahren hat er aus seinem persönlichen Vermögen die Auszeichnung "für Zusammenleben und Solidarität" gestiftet. Er wollte damit seinen am 31. August 1956 geborenen einstigen Weggenossen ehren, der sich schon früh in der Gewerkschaftsjugend und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend engagiert hatte. 1985 war Koberstein zum ersten Mal nach Wiwili in Nicaragua geflogen, um beim Bau einer Wasserleitung zu helfen. In der 80 000-Einwohner-Stadt war zuvor am 30. April 1983 der Freiburger Arzt Tonio Pflaum mit 13 anderen Menschen bei einem Überfall von Contra-Rebellen umgebracht worden. Bei seinem zweiten Arbeitseinsatz in Nicaragua am 28. Juli 1986 ereilte Koberstein dann das gleiche Schicksal. Auch er wurde ermordet.

Der mit 10 000 Euro dotierte Koberstein-Preis ging dieses Jahr zu gleichen Teilen an die Feministische Geschichtswerkstatt für das Projekt "Protagonistas" und an das Forum Weingarten für das Projekt "Wohnverwandschaften plus". Die Jury würdigte damit die vielfältigen Aktivitäten von über zwanzig Frauen, die sich als Mitglieder der "Feministischen Geschichtswerkstatt" auf die Spurensuche von besonderen Frauen begeben haben. Diese – darunter sind auch viele Migrantinnen – haben in ihrem Umfeld sozial und kulturell gewirkt, sind aber in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt geblieben.
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Mit dem von Hauptamtlichen des Forums Weingarten und der städtischen Baugesellschaft Freiburger Stadtbau begleiteten Projekt "Wohnverwandtschaften plus" sind in zwei Stockwerken eines sanierten Hochhauses in Weingarten Menschen in 15 Wohnungen vernetzt worden, die ihr Zusammenwohnen als generationenübergreifende Aufgabe gestalten. Durch gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe, gemeinsame Unternehmungen und vieles mehr will man die Lebensqualität aller Bewohner steigern. Die Laudatio für die Feministische Geschichtswerkstatt hielt die städtische Frauenbeauftragte Simone Thomas. Das Projekt des Forums Weingarten stellte Dennis Voss, Abteilungsleiter bei der Stadtbau, vor. Für die Stadt bedankte sich OB Dieter Salomon, der selbst schon zweimal die Gräber von Pflaum und Koberstein in Nicaragua besucht hat, bei dem Preisstifter. Auch die Leiterin des Wiwili-Vereins, Marlu Würmell-Klauss, erzählte in bewegenden Worten von ihren "indirekten Begegnungen" mit Berndt Koberstein.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/berndt-koberstein-preis-geht-an-projekte-fuer-solidaritaet-und-zusammenleben--104622020.html

Freitag, 10. Mai 2013

BZ: Koberstein-Preis geht an das Theater im Marienbad und den Freien Bürger

Preisgeld von 10.000 Euro wird geteilt

Preisträger und Stifter (von links): Dietmar Kohn und Hubertus Fehrenbacher vom Theater im Marienbad, Preisstifter Hendrijk Guzzoni, Carsten Kallischko und Michael Seifert von der Redaktion der Obdachlosenzeitung „Freie Bürger“.

Der Freiburger Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) gehört zu den Freunden des Freiburger Aktivisten Berndt Koberstein, der 1986 in Nicaragua ermordet wurde. Guzzoni hat aus einem persönlichen Vermächtnis den Erinnerungspreis "Für Zusammenleben und Solidarität" gestiftet, der Kobersteins Namen trägt. Eine Jury hat den mit 10 000 Euro dotierten Preis zu gleichen Teilen an das "Theater im Marienbad" und die Redaktion der Obdachlosenzeitung "Freie Bürger" zugesprochen. Zahlreiche Gäste kamen in das "Weinschlössle" in der Wilhelmstraße, um der Preisverleihung beizuwohnen.

Berndt Koberstein war am 31. August 1956 geboren worden und engagierte sich früh in der Gewerkschaftsjugend und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend. 1985 flog er zum ersten Mal nach Wiwili in Nicaragua, um beim Bau einer Wasserleitung zu helfen. In dieser Stadt, die heute etwa 75 000 Einwohner zählt, war bereits am 30. April 1983 der Freiburger Arzt Albrecht Pflaum mit 13 anderen Menschen bei einem Contra-Überfall umgebracht worden. Bei seinem zweiten Arbeitseinsatz im Jahre 1986 ereilte Koberstein am 28. Juli das gleiche Schicksal.

Das "Theater im Marienbad" und der "Freie Bürger" wurden für ihre langjährige Arbeit, die beispielhaft für die Vielfalt und das Engagement im kulturellen und sozialen Leben in Freiburg stehen, ausgezeichnet. Gerhard Kirk, früherer Redakteur der Badischen Zeitung, hielt die Laudatio für die engagierten Mitarbeiter der einzigen Freiburger Straßenzeitung. Er erinnerte dabei an den überraschenden Tod von Uli Herrmann in diesem Jahr (8. März), den "Motor" des Redaktionsteams, und das Wirken als Zeitungsmacher mit einer Sicht aus einer "ganz anderen Perspektive". Für das Theater im Marienbad übernahm die Intendantin des Stadttheaters Barbara Mundel zusammen mit ihrem Chefdramaturgen Josef Mackert die Würdigung. Sie betonte insbesondere die herzliche Gastfreundschaft die sie hier immer erlebt hat und die zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit insbesondere auch bei dem Projekt "Kultur macht frei!" geführt hat.

Für die Stadt grüßte Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach und wies darauf hin, dass sich nächstes Jahr die Partnerschaft mit Wiwili zum 25. Male jährt. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch den "SUSI-Chor", der mit seinem rhythmischen und nachdenklichen Liedern einen gelungenen Rahmen bot.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/koberstein-preis-geht-an-das-theater-im-marienbad-und-den-freien-buerger--71772329.html

Mittwoch, 12. September 2012

Badische Zeitung: Beispielhaftes Engagement: Berndt-Koberstein-Preis

Vor 26 Jahren wurde der Freiburger Gewerkschafter und Kommunist Berndt Koberstein von Contras in Nicaragua ermordet. Anlässlich des 25. Todestags seines Freundes hatte Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) den mit 10 000 Euro dotierten "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Er soll auch in diesem Jahr Menschen, Projekte oder Organisationen aus Freiburg und Umgebung auszeichnen, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen. Gefördert werden besonders auch Initiativen, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern. Bewerbungen können bis zum 31. Oktober schriftlich gerichtet werden an: Berndt Koberstein Preis, c/o Hendrijk Guzzoni, Carl von Ossietzky Str. 7, 79111 Freiburg oder per Mail an Hst.Guzzoni@web.de oder an info@berndt-koberstein-preis.de.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/beispielhaftes-engagement-x3x--64013151.html

Freitag, 4. Mai 2012

BZ: Werte honorieren

Freiburger Berndt-Koberstein-Preis wurde erstmals verliehen.

Hendrijk Guzzoni ist der Stifter dieses neuen Freiburger Preises. Der Freiburger Berndt Koberstein, der bei seiner Aufbauarbeit in Nicaragua, als Leiter eines Trinkwasserprojekts für die Stadt Wiwili, 1986 einem Attentat zum Opfer fiel, – er ist der Namensgeber. An der Wiwili-Brücke, der Blauen Brücke, erinnert eine Gedenktafel an ihn. Nah der Brücke, in der Elisabeth-Schneider-Stiftung, wurde nun erstmals der Preis verliehen, der, wie Guzzoni sagt, die Werte "honoriert", für die Koberstein – der Freund und Mitbegründer der Friedensliste – seinerzeit eintrat. Ein Preis für "Zusammenleben und Solidarität". Die großzügige, fördernde Anerkennung von 10 000 Euro ist bei diesem ersten Mal geteilt. 7000 Euro erhält das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA), das sich für jene einsetzt, die man "illegal" nennt, die "illegalisiert" werden, wie die Laudatorin Nausikaa Schirilla sagt. SAGA bietet vom Ausschluss bedrohten Migranten Hilfestellung beim bürokratischen Hürdenlauf. Und leistet Öffentlichkeitsarbeit für jene, die keine Stimme haben. Für ein couragiertes Eintreten für Menschenwürde – eine ungeteilte Menschenwürde, wie Schirilla betont – nun also der Preis, den die Aktivisten gleich in schöner Mannschaftsstärke in Empfang nehmen.

Den Preis für SAGA kann man eine naheliegende Entscheidung nennen. Dass daneben ein Vertreter der freien Bildenden Kunst eine Auszeichnung für Zusammenleben und Solidarität bekommt, erklärt sich nicht so selbstverständlich. Und ist doch in dem Fall auch wieder schlüssig. Der Freiburger Richard Schindler hat sich immer auf den Raum bezogen, den man den öffentlichen nennt. Als Beobachter und Deuter wie als Handelnder. Schindler ist Künstler und Analytiker. Ein kundiger Leser von Spuren, der uns verständlich macht, was wir sehen. Von einer "Ästhetik des genauen Hinschauens" spricht Laudator Dirk Sommer. Sehen und Verstehen, wie Schindler es vorführt, sei, so der Künstlerkollege, "die Präambel für solidarisches Handeln". Was einem auf der Straße begegnet – und mag es der Trampelpfad sein, der dem vorgezeichneten Weg entgegenläuft –, gilt ihm potenziell als Zeichen. Und als es darum ging, die landschaftsbildliche Verträglichkeit der Windkraftanlagen am Schauinsland zu beurteilen, holt er zu einer Untersuchung von Landschaft aus – sich stets verändernder Kulturlandschaft am Beispiel des Schwarzwalds.

Doch ist der Künstler Schindler auch in seiner gestaltenden Arbeit nicht weniger auf den Lebensraum bezogen. In Schulen, Kindergärten et cetera geben er und Mitarbeiterin Rita Deschler der Kunst eine soziale Basis, ohne starre Vorgabe – in der Zusammenarbeit vor Ort, mit denen, für die diese Arbeit gedacht ist. In Form einer Freien Landesakademie erweitert sich die gestaltende Sozialarbeit aktuell in die Lehre.

Dass und wie er Ästhetik in der Gesellschaft verortet, macht Richard Schindler plausibel zum Preisträger.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/werte-honorieren--59052169.html

Mittwoch, 7. März 2012

Pressemitteilung: Berndt Koberstein Preis geht an das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA) und an den Künstler Richard Schindler aus Freiburg

Der Preis wird 2012 geteilt

Am 1.3. traf die Jury die Entscheidung: der Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität, der 2012 zum ersten Mal und dann jährlich vergeben wird, wird dieses Mal geteilt.

Der mit 10.000 € dotierte Preis geht an das Südbadisches Aktionsbündnis gegen Abschiebungen/SAGA insbesondere an das Projekt „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ und an den Künstler Richard Schindler für seine kunst- und ästhetik-pädagogischen Projekte. Die SAGA mit ihrem Projekt „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ erhält 7.000 € und Richard Schindler 3.000 €.

Insgesamt hatten sich 16 Freiburger Personen, Organisationen und Initiativen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft um den Berndt Koberstein Preis 2012 beworben.

Die Jury würdigte die langjährige Arbeit des Südbadischen Aktionsbündnisses gegen Abschiebungen. „Jeder Mensch hat das Recht, Rechte zu haben.“ Unter diesem Motto setzt sich SAGA seit 1991 für die Rechte von MigrantInnen ein. Das Projekt richtet sich an alle MigrantInnen, unabhängig von deren Aufenthaltsstatus, also sowohl an Illegalisierte als auch Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus, die von Illegalisierung und Abschiebung betroffen sind. Wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit ist die elementare rechtliche Beratung von MigrantInnen in Aufenthaltsfragen. Seit vielen Jahren finden wöchentlich offene, mehrstündige Beratungen im „Minirasthaus“ statt. Flüchtlinge bei solchen bürokratischen Aktivitäten zu unterstützen bedeutet auch ihre Anliegen in der Öffentlichkeit zu verstärken und auf vorhandene Missstände hinzuweisen.

Die Öffentlichkeitsarbeit wird als wichtige Ergänzung zu der bestehenden Beratungstätigkeit verstanden: In verschiedenen Publikationen und Veranstaltungen informiert SAGA über die Situation von MigrantInnen und über die zahlreichen Menschenrechtsverletzung der deutschen und europäischen Asylpolitik.

Die Arbeit von Saga richtet sich auch explizit gegen die rassistische Gesetzgebung, die unter anderem im Asylbewerberleistungsgesetz, dem „Lagerzwang“ und der so genannten „Residenzpflicht“ ihren Ausdruck findet und das menschenunwürdige Leben von vielen Flüchtlingen im aufgezwungenen Substandart prägt.

Die besondere Situation von geflüchteten Roma spielt nicht nur in der Arbeit von SAGA eine Rolle, sondern wird insbesondere auch vom „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ in der Öffentlichkeit thematisiert. So richtet sich die Arbeit des Forums gegen die drohenden Abschiebungen der Roma und ruft mit dem „Freiburger Appell“ zu aktiver Solidarität mit den Betroffenen auf. Mit der Vergabe des Berndt-Koberstein-Preises an das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebung soll somit ein Zeichen der Solidarität sein.

Mit der Auszeichnung des Künstlers Richard Schindler wollte die Jury auf die gesellschaftliche Dimension von Kunst und Kultur aufmerksam machen. Kunst ist Arbeit am sozialen Raum, ist der Versuch, bildnerische Kompetenzen zu entwickeln und den Raum, die Gesellschaft, in der wir leben, in seiner ästhetischen Qualität zu erkennen und wenn nötig, zu verändern.

Es geht darum, Menschen in die Lage zu versetzen, mit den Mitteln künstlerischer Erkenntnisprozesse ihre Umwelt zu einem lebenswerten Platz zu gestalten. Der Künstler wird zum Begleiter in Entwicklungsprozessen, zum Ausbilder für Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen und Unternehmen oder zum Kommentator und Begleiter gesellschaftlicher Prozesse.

Richard Schindler fragt gesellschaftliche Entwicklungen auf ihre ästhetische Qualität ab. In seiner Arbeit „Landschaft verstehen“ untersucht er die Bedeutung von Windrädern im Landschaftbild der Region und leistet damit einen hervorragenden Beitrag zur Akzeptanz einer Technologie, die naturverträglich und zukunftsweisend ist.

Das Verstehen der Welt durch Anschauung, die Kompetenz diese Welt durch künstlerische Eingriffe sinnvoll zu verändern, diese Fähigkeit zu entwickeln, ist Anliegen Richard Schindlers.

In vielen Projekten im öffentlichen Raum, beispielhaft in Schulen und pädagogischen Einrichtungen in der Region, aber auch in Vorträgen und Veröffentlichungen arbeitet er konmsequent an der Verwirklichung seines Konzeptes von der Gesellschaft als hochwertigem Lebensraum. Die Grundlage solidarischen Handelns, so die Jury, ist die Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen Mensch-Gesellschaft-Natur. Der Mensch sucht seinen Platz und gestaltet ihn.

Der Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität 2012 soll am Mittwoch, den 2. Mai 2012, 19.00 Uhr in den Räumen der Schneider Akademie im Weinschlösschen übergeben werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hendrijk Guzzoni

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Pressemitteilung: Erfreulich hohe Zahl an Bewerbungen für Berndt Koberstein Preis

Bewerbungen kommen aus einem breiten Sprektrum vielfältiger Initiativen.

Hocherfreut zeigte sich die Jury des Berndt-Koberstein Preises für Zusammenleben und Solidarität über eine unerwartet hohe Zahl von Bewerbungen. „Dafür, dass der Preis 2012 zum ersten Mal vergeben wird und in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt ist, ist die Zahl von 16 Bewerbungen überraschend und höchst erfreulich“, so Hendrijk Guzzoni, Vorsitzender der Jury, „damit stehen der Jury spannende und interessante Diskussionen ins Haus“. Die Bewerbungen für den Berndt Koberstein Preis 2012 kommen aus einer vielfältigen Palette von Handlungsfeldern, aus den Bereichen Soziales und Wohnen, von Jugend und Bildung, Migration, Soziales und Arbeit und aus der Kultur, teilte die Jury mit. Die Jury wird am 28. Januar 2012 ein erstes Mal tagen und voraussichtlich im März eine Entscheidung treffen.

Donnerstag, 1. September 2011

chilli: 10.000 Euro für Solidarität - Guzzoni lobt "Berndt Koberstein Preis" aus

Anlässlich des 25. Todestages seines Freundes Berndt Koberstein hat Stadtrat Hendrijk Guzzoni jetzt den "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll Menschen, Projekte oder Organisationen auszeichnen, die Ausgrenzung bekämpfen und zu einem nachbarschaftlichen Zusammenleben beitragen. Zudem soll er an Kobersteins Wirken in Nicaragua erinnern.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Berndt-Koberstein-Preis 2012

Anlässlich des 25. Todestags seines Freundes Berndt Koberstein hat Stadtrat Hendrijk Guzzoni den "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll Menschen, Projekte oder Organisationen auszeichnen, die Ausgrenzung bekämpfen und zu einem nachbarschaftlichen Zusammenleben beitragen. Zudem soll er an Kobersteins Wirken in Nicaragua erinnern. Eine Jury wird den Preis jährlich an einen oder mehrere Preisträger, die aus Freiburg oder Umgebung stammen, vergeben. Sie besteht aus acht Mitgliedern, die einen Bezug zu Koberstein haben und sich sozial oder kulturell engagieren. Guzzoni ist Vorsitzender ohne Stimmrecht, die übrigen Juroren sind stimmberechtigt.

Der Preis soll erstmals 2012 überreicht werden. Anwärter können von der Jury vorgeschlagen werden oder sich von sofort an auf http://www.berndt-koberstein-preis.de bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November 2011.

BZ: Vor 25 Jahren wurde Berndt Koberstein in Nicaragua ermordet

„Das hier ist wohl der schönste Job, den ich je gemacht habe.“ So beschrieb Berndt Koberstein seine Arbeit für eine Wasserleitung in Wiwilí. Der Brief an eine Freundin ist datiert vom 12. Juni 1986. Eineinhalb Monate später war der Freiburger Gewerkschafter und Kommunist tot.

Den ganzen Artikel lesen:
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/vor-25-jahren-wurde-berndt-koberstein-in-nicaragua-ermordet--47965659.html

Mittwoch, 27. Juli 2011

Radio Dreyeckland: Berndt Koberstein Preis gestiftet

Hendrijk Guzzoni hat einen Preis gestiftet. Dotiert mit 10.000 € soll die solidarische Zusammenarbeit und Leben prämiert werden.

Hendrijk Guzzoni zum Namensgeber Berndt Koberstein, der am 28.7.86 vor 25 Jahren von US finanzierten Contras in Nicaragua ermordet wurde und zum Preis, der Jury und wer sich wo bewerben kann.

Dienstag, 26. Juli 2011

TV Südbaden: Koberstein-Preis für Solidarität

Der Freiburger Stadtrat Hendrijk Guzzoni hat heute den "Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität" vorgestellt. Mit diesem neuen Preis will er an seinen guten Freund erinnern, der während der Entwicklungsarbeit in Nicaragua ermordet wurde. Auf der anderen Seite will Guzzoni aber auch an das Wir-Gefühl der Menschen appellieren. Ausgezeichnet werden sollen Menschen, Initiativen oder Organisationen, die sich aktiv für mehr Solidarität einsetzen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Bewerbungen werden ab kommenden Donnerstag, dem 25. Todestag Kobersteins, angenommen.