Mittwoch, 19. September 2012

Bewerbungsfrist für Berndt Koberstein Preis 2013 ist der 31.10.2012

Für den Berndt Koberstein Preis können sich Gruppen, Initiativen und auch Einzelpersonen bewerben aus Freiburg und der näheren Umgebung. Ausgezeichnet werden Preisträger/innen, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen; insbesondere auch, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern.

Bewerbungen können gerichtet werden bis zum 31.10.2012 schriftlich an

Berndt Koberstein Preis
c/o Hendrijk Guzzoni
Carl von Ossietzky Str. 7
79111 Freiburg

oder per Mail an Hst.Guzzoni@web.de oder an info@berndt-koberstein-preis.de.

Der Berndt Koberstein Preis 2012 ging an das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA) und an den Freiburger Künstler Richard Schindler.

Der Berndt Koberstein Preis wird jährlich vergeben und ist mit 10.000 € dotiert. Die Preisverleihung für den Berndt Koberstein Preis 2013 wird im Frühjahr 2013 erfolgen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Hst.Guzzoni@web.de

Mittwoch, 12. September 2012

Badische Zeitung: Beispielhaftes Engagement: Berndt-Koberstein-Preis

Vor 26 Jahren wurde der Freiburger Gewerkschafter und Kommunist Berndt Koberstein von Contras in Nicaragua ermordet. Anlässlich des 25. Todestags seines Freundes hatte Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) den mit 10 000 Euro dotierten "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Er soll auch in diesem Jahr Menschen, Projekte oder Organisationen aus Freiburg und Umgebung auszeichnen, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen. Gefördert werden besonders auch Initiativen, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern. Bewerbungen können bis zum 31. Oktober schriftlich gerichtet werden an: Berndt Koberstein Preis, c/o Hendrijk Guzzoni, Carl von Ossietzky Str. 7, 79111 Freiburg oder per Mail an Hst.Guzzoni@web.de oder an info@berndt-koberstein-preis.de.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/beispielhaftes-engagement-x3x--64013151.html

Freitag, 4. Mai 2012

BZ: Werte honorieren

Freiburger Berndt-Koberstein-Preis wurde erstmals verliehen.

Hendrijk Guzzoni ist der Stifter dieses neuen Freiburger Preises. Der Freiburger Berndt Koberstein, der bei seiner Aufbauarbeit in Nicaragua, als Leiter eines Trinkwasserprojekts für die Stadt Wiwili, 1986 einem Attentat zum Opfer fiel, – er ist der Namensgeber. An der Wiwili-Brücke, der Blauen Brücke, erinnert eine Gedenktafel an ihn. Nah der Brücke, in der Elisabeth-Schneider-Stiftung, wurde nun erstmals der Preis verliehen, der, wie Guzzoni sagt, die Werte "honoriert", für die Koberstein – der Freund und Mitbegründer der Friedensliste – seinerzeit eintrat. Ein Preis für "Zusammenleben und Solidarität". Die großzügige, fördernde Anerkennung von 10 000 Euro ist bei diesem ersten Mal geteilt. 7000 Euro erhält das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA), das sich für jene einsetzt, die man "illegal" nennt, die "illegalisiert" werden, wie die Laudatorin Nausikaa Schirilla sagt. SAGA bietet vom Ausschluss bedrohten Migranten Hilfestellung beim bürokratischen Hürdenlauf. Und leistet Öffentlichkeitsarbeit für jene, die keine Stimme haben. Für ein couragiertes Eintreten für Menschenwürde – eine ungeteilte Menschenwürde, wie Schirilla betont – nun also der Preis, den die Aktivisten gleich in schöner Mannschaftsstärke in Empfang nehmen.

Den Preis für SAGA kann man eine naheliegende Entscheidung nennen. Dass daneben ein Vertreter der freien Bildenden Kunst eine Auszeichnung für Zusammenleben und Solidarität bekommt, erklärt sich nicht so selbstverständlich. Und ist doch in dem Fall auch wieder schlüssig. Der Freiburger Richard Schindler hat sich immer auf den Raum bezogen, den man den öffentlichen nennt. Als Beobachter und Deuter wie als Handelnder. Schindler ist Künstler und Analytiker. Ein kundiger Leser von Spuren, der uns verständlich macht, was wir sehen. Von einer "Ästhetik des genauen Hinschauens" spricht Laudator Dirk Sommer. Sehen und Verstehen, wie Schindler es vorführt, sei, so der Künstlerkollege, "die Präambel für solidarisches Handeln". Was einem auf der Straße begegnet – und mag es der Trampelpfad sein, der dem vorgezeichneten Weg entgegenläuft –, gilt ihm potenziell als Zeichen. Und als es darum ging, die landschaftsbildliche Verträglichkeit der Windkraftanlagen am Schauinsland zu beurteilen, holt er zu einer Untersuchung von Landschaft aus – sich stets verändernder Kulturlandschaft am Beispiel des Schwarzwalds.

Doch ist der Künstler Schindler auch in seiner gestaltenden Arbeit nicht weniger auf den Lebensraum bezogen. In Schulen, Kindergärten et cetera geben er und Mitarbeiterin Rita Deschler der Kunst eine soziale Basis, ohne starre Vorgabe – in der Zusammenarbeit vor Ort, mit denen, für die diese Arbeit gedacht ist. In Form einer Freien Landesakademie erweitert sich die gestaltende Sozialarbeit aktuell in die Lehre.

Dass und wie er Ästhetik in der Gesellschaft verortet, macht Richard Schindler plausibel zum Preisträger.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/werte-honorieren--59052169.html