Dienstag, 28. April 2015

Berndt Kobersteinpreis 2015

Pressemitteilung

Der Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität geht 2015 zu gleichen Teilen an die Feministische Geschichtswerkstatt für das Projekt „Protagonistas“ und an das Forum Weingarten für das Projekt „Wohnverwandschaften plus“. Die Preisverleihung findet am 7. Mai um 19 Uhr 30 im „Weinschlösschen“ statt.

Der Berndt Koberstein Preis 2015 wird geteilt. Zum einen würdigt die Jury das Projekt „Protagonistas“, mit dem sich die Feministische Geschichtswerkstatt auf die Spurensuche von Frauen, vielfach Migrantinnen, die in ihrem Umfeld in hervorragender Weise sozial und kulturell gewirkt haben, der Öffentlichkeit aber weitgehend unbekannt geblieben sind.

Im Projekt „Wohnverwandschaften plus“ auf zwei Stockwerken eines sanierten Hochhauses in Weingarten Menschen ein, die ihr Zusammen-Wohnen als generationenübergreifendes Projekt gestalten, mit gegenseitiger nachbarschaftlicher Hilfe, mit gemeinsamen Unternehmungen etc. Wie gemalt für einen Preis für „Zusammenleben und Solidarität“.

Die Laudatio für die Feminstische Geschichtswerkstatt hält Frau Simone Thomas, Frauenbeauftragte der Stadt Freiburg, die für das Forum Weingarten Herr Dennis Voss, Leiter der Abteilung „Wohnen & Vermieten“ bei der Freiburger Stadtbau GmbH.

Die Preisverleihung des Berndt Koberstein Preises 2014 findet am Mittwoch, den 7. Mai um 19 Uhr 30 im "Weinschlösschen" (Wilhelmstr./Ecke Schnewlinstr.) statt, für die musikalische Umrahmung sorgt Hannah Schüly-Binder mit Begleitung.

Mittwoch, 7. Mai 2014

Laudatio für die Preisträgerin Margarethe Mehring-Fuchs

von Michael Kaiser, Leiter des Jungen Theaters des Stadtteaters


Liebe Margarethe,
Sehr geehrte Damen und Herren der Jury,
Liebe Kollegen, Freunde und Gäste,

meine Geschichte mit Margarethe Mehring-Fuchs beginnt im Jahr 2006, als wir – Intendantin Barbara Mundel und Team – die Arbeit am Theater Freiburg begonnen haben. Damals waren wir auf der Suche nach Kooperationspartnern in der Stadt. Wir wollten mit Menschen zusammenarbeiten, die vor Ort lebten und gemeinsam mit uns ungewöhnliche Theaterprojekte mit Kindern und Jugendlichen auf die Beine stellen konnten.

Meine Kolleginnen, Kollegen und ich hatten zuvor die Dokumentarfilme »Die Judenschublade« und »Zwischen Rap und Ramadan« gesehen und waren begeistert davon, wie es dem Duo Mehring-Fuchs und Stephan Laur darin gelang, junge Menschen zu porträtieren, ihnen außergewöhnlich nahe zu kommen und ihre Geschichten auszuloten, sie dabei aber nie auszustellen oder vorzuführen.

Im Film »Die Judenschublade« zeigen die Filmemacher, wie junge Juden im Jahr 2003 in Deutschland leben, wie sie mit ihrer Geschichte umgehen und sich mit dem Antisemitismus auseinandersetzen. »Zwischen Rap und Ramadan« entstand zwei Jahre später und gewährt einen Einblick in die Lebenswelt von vier jungen Freiburgern muslimischen Glaubens.

Mein erstes Treffen mit Margarethe fand im Theatercafé statt. Nach der Begrüßung kam sie ohne größere Umschweife auf den Punkt: »Also«, sagte sie, »ich hätte da Ideen für zwei Theaterstücke mitgebracht …«

Rede: Berndt Koberstein

Wie war das, als ich vom Tod Berndt Kobersteins erfahren habe.

Der Tod kam so beiläufig mit den ersten Nachrichten an meinen Tisch, es berichtete die neutrale Stimme eines unbeteiligten Nachrichtensprechers, eingeklemmt zwischen Popmusik, Wetter und Verkehr. …darunter der Deutsche Berndt Koberstein.

Die ersten Nachrichten meines Tages mischten sich mit den Geräuschen der Kaffeemaschine und bildeten die Begleitmusik für das Wachwerden und die Tagesplanung. Man bekommt sie sowieso nicht wirklich mit, man erwartet nicht viel Neues und auf einmal fiel dieser Name, der so gar nicht in irgendeinen Zusammenhang passen wollte und erst langsam wurde mir klar daß diese Nachricht, genau diese Nachricht etwas mit mir zu tun haben mußte.

Da wurden Menschen, darunter einer, den ich kannte, nicht gut, aber kannte, irgendwo an einem fremden Ort auf einem anderen Kontinent gewaltsam ins Jenseits befördert und auf einmal setzten sich Gewalt und Tod frech und ungefragt an meinen Frühstückstisch und verbreiteten, obwohl weit entfernt, zunächst Unverständnis, Staunen und Hilflosigkeit, dann Trauer und Wut.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Der Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität geht 2014 an Margarethe Mehring-Fuchs.

Die Preisverleihung findet am 7. Mai um 19 Uhr 30 im „Weinschlösschen“ statt.

Margarethe Mehring-Fuchs ist die Preisträgerin des Berndt Koberstein Preises 2014. Die Jury würdigt mit der Verleihung des Preises Frau Mehring-Fuchsd jahrzentelange Arbeit mit innovativen Projekte im Bereich der kulturellen Bildung und integrativen Jugendarbeit insbesondere auch mit vordergründig benachteiligten Jugendlichen. Ganz in einer Tradition Bertolt Brechts bringt Frau Mehring-Fuchs in ihren Theater- und Viedeoprojekten Menschen zusammen, die so gar nicht "zusammengehören", so z.B. in „Bärensee“, Ballett von XS bis XXL mit dünnen und dicken TänzerInnen oder dem Theaterprojekt „Carmen now!“ mit Roma-Jugendlichen und Mitgliedern des Jugendclubs des Stadttheaters. Die Lern- und Erfahrungseffekte sind erstaunlich, der Verständnisgewinn verblüffend.

Die Laudatio für Margarethe Mehring-Fuchs wird Michael Kaiser, Dramaturg bem Stadttheater und Leiter des Jungen Theaters Freiburg halten. Die Preisverleihung des Berndt Koberstein Preises 2014 findet am Mittwoch, den 7. Mai um 19Uhr 30 im "Weinschlösschen" (Wilhelmstr./Ecke Schnewlinstr) statt, für die musikalische Umrahmung sorgt der Bettlerchor.

Donnerstag, 26. September 2013

Bewerbungsfrist für Berndt Koberstein Preis 2014 ist der 31.10.2013

Für den Berndt Koberstein Preis können sich Gruppen, Initiativen und auch Einzelpersonen bewerben aus Freiburg und der näheren Umgebung (Näheres auch unter www.berndt-koberstein-preis.de). Ausgezeichnet werden Preisträger/innen, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen; insbesondere auch, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern.

Bewerbungen können gerichtet werden bis zum 31.10. 2013 schriftlich an

Berndt Koberstein Preis
c/o Hendrijk Guzzoni
Carl von Ossietzky Str. 7
79111 Freiburg

oder per Mail an Hst.Guzzoni@web.de oder an info@berndt-koberstein-preis.de.

Der Berndt Koberstein Preis 2013 ging zu gleichen Teilen an die Redaktion des Freien Bürger und an das Theater im Marienbad, 2012 waren die Preisträger das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA) und der Freiburger Künstler Richard Schindler.

Der Berndt Koberstein Preis wird jährlich vergeben und ist mit 10.000 € dotiert. Die Preisverleihung für den Berndt Koberstein Preis 2014 wird im Mai 2014 erfolgen.

Freitag, 10. Mai 2013

BZ: Koberstein-Preis geht an das Theater im Marienbad und den Freien Bürger

Preisgeld von 10.000 Euro wird geteilt

Preisträger und Stifter (von links): Dietmar Kohn und Hubertus Fehrenbacher vom Theater im Marienbad, Preisstifter Hendrijk Guzzoni, Carsten Kallischko und Michael Seifert von der Redaktion der Obdachlosenzeitung „Freie Bürger“.

Der Freiburger Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) gehört zu den Freunden des Freiburger Aktivisten Berndt Koberstein, der 1986 in Nicaragua ermordet wurde. Guzzoni hat aus einem persönlichen Vermächtnis den Erinnerungspreis "Für Zusammenleben und Solidarität" gestiftet, der Kobersteins Namen trägt. Eine Jury hat den mit 10 000 Euro dotierten Preis zu gleichen Teilen an das "Theater im Marienbad" und die Redaktion der Obdachlosenzeitung "Freie Bürger" zugesprochen. Zahlreiche Gäste kamen in das "Weinschlössle" in der Wilhelmstraße, um der Preisverleihung beizuwohnen.

Berndt Koberstein war am 31. August 1956 geboren worden und engagierte sich früh in der Gewerkschaftsjugend und der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend. 1985 flog er zum ersten Mal nach Wiwili in Nicaragua, um beim Bau einer Wasserleitung zu helfen. In dieser Stadt, die heute etwa 75 000 Einwohner zählt, war bereits am 30. April 1983 der Freiburger Arzt Albrecht Pflaum mit 13 anderen Menschen bei einem Contra-Überfall umgebracht worden. Bei seinem zweiten Arbeitseinsatz im Jahre 1986 ereilte Koberstein am 28. Juli das gleiche Schicksal.

Das "Theater im Marienbad" und der "Freie Bürger" wurden für ihre langjährige Arbeit, die beispielhaft für die Vielfalt und das Engagement im kulturellen und sozialen Leben in Freiburg stehen, ausgezeichnet. Gerhard Kirk, früherer Redakteur der Badischen Zeitung, hielt die Laudatio für die engagierten Mitarbeiter der einzigen Freiburger Straßenzeitung. Er erinnerte dabei an den überraschenden Tod von Uli Herrmann in diesem Jahr (8. März), den "Motor" des Redaktionsteams, und das Wirken als Zeitungsmacher mit einer Sicht aus einer "ganz anderen Perspektive". Für das Theater im Marienbad übernahm die Intendantin des Stadttheaters Barbara Mundel zusammen mit ihrem Chefdramaturgen Josef Mackert die Würdigung. Sie betonte insbesondere die herzliche Gastfreundschaft die sie hier immer erlebt hat und die zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit insbesondere auch bei dem Projekt "Kultur macht frei!" geführt hat.

Für die Stadt grüßte Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach und wies darauf hin, dass sich nächstes Jahr die Partnerschaft mit Wiwili zum 25. Male jährt. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch den "SUSI-Chor", der mit seinem rhythmischen und nachdenklichen Liedern einen gelungenen Rahmen bot.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/koberstein-preis-geht-an-das-theater-im-marienbad-und-den-freien-buerger--71772329.html

Dienstag, 7. Mai 2013

Donnerstag, 21. März 2013

Preisträger für den Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität stehen fest.

Der Preis geht zu gleichen Teilen an das Theater im Marienbad und die Redaktion des FREIEN BÜRGER.

Die Jury des Berndt Koberstein Preises würdigt mit ihrer Entscheidung die langjährige Arbeit zweier Institutionen in Freiburg, die beispielhaft für die Vielfalt und das Engagement im kulturellen und sozialen Leben in Freiburg stehen. Und die bespielhaft ein fruchtbares und solidarisches Zusammenspiel zwischen Kultur und Sozialem darstellen.

Die Jury würdigt die langjährige hervorragende Arbeit des Theaters im Marienbad im Bereich der kulturellen Bildung, insbesondere mit Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien und Quartieren und damit den Anspruch, Kultur für alle vermittelbar und erlebbar zu machen.

Die Jury würdigt die langjährige Arbeit des FREIEN BÜRGERS. Ursprünglich als Selbsthilfeprojekt von Wohnungslosen gestartet, hat sich der FREIE BÜRGER diese Aufgabenstellung erhalten – und dennoch weiterentwickelt. Der FREIE BÜRGER hat sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Freiburger Presselandschaft entwickelt mit gut recherchierten und von kritischem und humanistischem Geist geprägten Artikeln.

Der Berndt Koberstein Preis ist mit 10.000.-€ dotiert, beide Preisträger erhalten je 5.000.-€.

Die Preisverleihung findet am Dienstag, den 7. Mai 2013 um 19:30 im „Weinschlösschen“ statt.

Mittwoch, 19. September 2012

Bewerbungsfrist für Berndt Koberstein Preis 2013 ist der 31.10.2012

Für den Berndt Koberstein Preis können sich Gruppen, Initiativen und auch Einzelpersonen bewerben aus Freiburg und der näheren Umgebung. Ausgezeichnet werden Preisträger/innen, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen; insbesondere auch, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern.

Bewerbungen können gerichtet werden bis zum 31.10.2012 schriftlich an

Berndt Koberstein Preis
c/o Hendrijk Guzzoni
Carl von Ossietzky Str. 7
79111 Freiburg

oder per Mail an Hst.Guzzoni@web.de oder an info@berndt-koberstein-preis.de.

Der Berndt Koberstein Preis 2012 ging an das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA) und an den Freiburger Künstler Richard Schindler.

Der Berndt Koberstein Preis wird jährlich vergeben und ist mit 10.000 € dotiert. Die Preisverleihung für den Berndt Koberstein Preis 2013 wird im Frühjahr 2013 erfolgen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Hst.Guzzoni@web.de

Mittwoch, 12. September 2012

Badische Zeitung: Beispielhaftes Engagement: Berndt-Koberstein-Preis

Vor 26 Jahren wurde der Freiburger Gewerkschafter und Kommunist Berndt Koberstein von Contras in Nicaragua ermordet. Anlässlich des 25. Todestags seines Freundes hatte Stadtrat Hendrijk Guzzoni (Linke Liste) den mit 10 000 Euro dotierten "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Er soll auch in diesem Jahr Menschen, Projekte oder Organisationen aus Freiburg und Umgebung auszeichnen, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen. Gefördert werden besonders auch Initiativen, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern. Bewerbungen können bis zum 31. Oktober schriftlich gerichtet werden an: Berndt Koberstein Preis, c/o Hendrijk Guzzoni, Carl von Ossietzky Str. 7, 79111 Freiburg oder per Mail an Hst.Guzzoni@web.de oder an info@berndt-koberstein-preis.de.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/freiburg/beispielhaftes-engagement-x3x--64013151.html

Freitag, 4. Mai 2012

BZ: Werte honorieren

Freiburger Berndt-Koberstein-Preis wurde erstmals verliehen.

Hendrijk Guzzoni ist der Stifter dieses neuen Freiburger Preises. Der Freiburger Berndt Koberstein, der bei seiner Aufbauarbeit in Nicaragua, als Leiter eines Trinkwasserprojekts für die Stadt Wiwili, 1986 einem Attentat zum Opfer fiel, – er ist der Namensgeber. An der Wiwili-Brücke, der Blauen Brücke, erinnert eine Gedenktafel an ihn. Nah der Brücke, in der Elisabeth-Schneider-Stiftung, wurde nun erstmals der Preis verliehen, der, wie Guzzoni sagt, die Werte "honoriert", für die Koberstein – der Freund und Mitbegründer der Friedensliste – seinerzeit eintrat. Ein Preis für "Zusammenleben und Solidarität". Die großzügige, fördernde Anerkennung von 10 000 Euro ist bei diesem ersten Mal geteilt. 7000 Euro erhält das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA), das sich für jene einsetzt, die man "illegal" nennt, die "illegalisiert" werden, wie die Laudatorin Nausikaa Schirilla sagt. SAGA bietet vom Ausschluss bedrohten Migranten Hilfestellung beim bürokratischen Hürdenlauf. Und leistet Öffentlichkeitsarbeit für jene, die keine Stimme haben. Für ein couragiertes Eintreten für Menschenwürde – eine ungeteilte Menschenwürde, wie Schirilla betont – nun also der Preis, den die Aktivisten gleich in schöner Mannschaftsstärke in Empfang nehmen.

Den Preis für SAGA kann man eine naheliegende Entscheidung nennen. Dass daneben ein Vertreter der freien Bildenden Kunst eine Auszeichnung für Zusammenleben und Solidarität bekommt, erklärt sich nicht so selbstverständlich. Und ist doch in dem Fall auch wieder schlüssig. Der Freiburger Richard Schindler hat sich immer auf den Raum bezogen, den man den öffentlichen nennt. Als Beobachter und Deuter wie als Handelnder. Schindler ist Künstler und Analytiker. Ein kundiger Leser von Spuren, der uns verständlich macht, was wir sehen. Von einer "Ästhetik des genauen Hinschauens" spricht Laudator Dirk Sommer. Sehen und Verstehen, wie Schindler es vorführt, sei, so der Künstlerkollege, "die Präambel für solidarisches Handeln". Was einem auf der Straße begegnet – und mag es der Trampelpfad sein, der dem vorgezeichneten Weg entgegenläuft –, gilt ihm potenziell als Zeichen. Und als es darum ging, die landschaftsbildliche Verträglichkeit der Windkraftanlagen am Schauinsland zu beurteilen, holt er zu einer Untersuchung von Landschaft aus – sich stets verändernder Kulturlandschaft am Beispiel des Schwarzwalds.

Doch ist der Künstler Schindler auch in seiner gestaltenden Arbeit nicht weniger auf den Lebensraum bezogen. In Schulen, Kindergärten et cetera geben er und Mitarbeiterin Rita Deschler der Kunst eine soziale Basis, ohne starre Vorgabe – in der Zusammenarbeit vor Ort, mit denen, für die diese Arbeit gedacht ist. In Form einer Freien Landesakademie erweitert sich die gestaltende Sozialarbeit aktuell in die Lehre.

Dass und wie er Ästhetik in der Gesellschaft verortet, macht Richard Schindler plausibel zum Preisträger.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/werte-honorieren--59052169.html

Mittwoch, 2. Mai 2012

Mittwoch, 7. März 2012

Pressemitteilung: Berndt Koberstein Preis geht an das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebungen (SAGA) und an den Künstler Richard Schindler aus Freiburg

Der Preis wird 2012 geteilt

Am 1.3. traf die Jury die Entscheidung: der Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität, der 2012 zum ersten Mal und dann jährlich vergeben wird, wird dieses Mal geteilt.

Der mit 10.000 € dotierte Preis geht an das Südbadisches Aktionsbündnis gegen Abschiebungen/SAGA insbesondere an das Projekt „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ und an den Künstler Richard Schindler für seine kunst- und ästhetik-pädagogischen Projekte. Die SAGA mit ihrem Projekt „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ erhält 7.000 € und Richard Schindler 3.000 €.

Insgesamt hatten sich 16 Freiburger Personen, Organisationen und Initiativen aus den verschiedensten Bereichen der Gesellschaft um den Berndt Koberstein Preis 2012 beworben.

Die Jury würdigte die langjährige Arbeit des Südbadischen Aktionsbündnisses gegen Abschiebungen. „Jeder Mensch hat das Recht, Rechte zu haben.“ Unter diesem Motto setzt sich SAGA seit 1991 für die Rechte von MigrantInnen ein. Das Projekt richtet sich an alle MigrantInnen, unabhängig von deren Aufenthaltsstatus, also sowohl an Illegalisierte als auch Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus, die von Illegalisierung und Abschiebung betroffen sind. Wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit ist die elementare rechtliche Beratung von MigrantInnen in Aufenthaltsfragen. Seit vielen Jahren finden wöchentlich offene, mehrstündige Beratungen im „Minirasthaus“ statt. Flüchtlinge bei solchen bürokratischen Aktivitäten zu unterstützen bedeutet auch ihre Anliegen in der Öffentlichkeit zu verstärken und auf vorhandene Missstände hinzuweisen.

Die Öffentlichkeitsarbeit wird als wichtige Ergänzung zu der bestehenden Beratungstätigkeit verstanden: In verschiedenen Publikationen und Veranstaltungen informiert SAGA über die Situation von MigrantInnen und über die zahlreichen Menschenrechtsverletzung der deutschen und europäischen Asylpolitik.

Die Arbeit von Saga richtet sich auch explizit gegen die rassistische Gesetzgebung, die unter anderem im Asylbewerberleistungsgesetz, dem „Lagerzwang“ und der so genannten „Residenzpflicht“ ihren Ausdruck findet und das menschenunwürdige Leben von vielen Flüchtlingen im aufgezwungenen Substandart prägt.

Die besondere Situation von geflüchteten Roma spielt nicht nur in der Arbeit von SAGA eine Rolle, sondern wird insbesondere auch vom „Freiburger Forum gegen Ausgrenzung“ in der Öffentlichkeit thematisiert. So richtet sich die Arbeit des Forums gegen die drohenden Abschiebungen der Roma und ruft mit dem „Freiburger Appell“ zu aktiver Solidarität mit den Betroffenen auf. Mit der Vergabe des Berndt-Koberstein-Preises an das Südbadische Aktionsbündnis gegen Abschiebung soll somit ein Zeichen der Solidarität sein.

Mit der Auszeichnung des Künstlers Richard Schindler wollte die Jury auf die gesellschaftliche Dimension von Kunst und Kultur aufmerksam machen. Kunst ist Arbeit am sozialen Raum, ist der Versuch, bildnerische Kompetenzen zu entwickeln und den Raum, die Gesellschaft, in der wir leben, in seiner ästhetischen Qualität zu erkennen und wenn nötig, zu verändern.

Es geht darum, Menschen in die Lage zu versetzen, mit den Mitteln künstlerischer Erkenntnisprozesse ihre Umwelt zu einem lebenswerten Platz zu gestalten. Der Künstler wird zum Begleiter in Entwicklungsprozessen, zum Ausbilder für Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen und Unternehmen oder zum Kommentator und Begleiter gesellschaftlicher Prozesse.

Richard Schindler fragt gesellschaftliche Entwicklungen auf ihre ästhetische Qualität ab. In seiner Arbeit „Landschaft verstehen“ untersucht er die Bedeutung von Windrädern im Landschaftbild der Region und leistet damit einen hervorragenden Beitrag zur Akzeptanz einer Technologie, die naturverträglich und zukunftsweisend ist.

Das Verstehen der Welt durch Anschauung, die Kompetenz diese Welt durch künstlerische Eingriffe sinnvoll zu verändern, diese Fähigkeit zu entwickeln, ist Anliegen Richard Schindlers.

In vielen Projekten im öffentlichen Raum, beispielhaft in Schulen und pädagogischen Einrichtungen in der Region, aber auch in Vorträgen und Veröffentlichungen arbeitet er konmsequent an der Verwirklichung seines Konzeptes von der Gesellschaft als hochwertigem Lebensraum. Die Grundlage solidarischen Handelns, so die Jury, ist die Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen Mensch-Gesellschaft-Natur. Der Mensch sucht seinen Platz und gestaltet ihn.

Der Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität 2012 soll am Mittwoch, den 2. Mai 2012, 19.00 Uhr in den Räumen der Schneider Akademie im Weinschlösschen übergeben werden.

Mit freundlichen Grüßen

Hendrijk Guzzoni

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Pressemitteilung: Erfreulich hohe Zahl an Bewerbungen für Berndt Koberstein Preis

Bewerbungen kommen aus einem breiten Sprektrum vielfältiger Initiativen.

Hocherfreut zeigte sich die Jury des Berndt-Koberstein Preises für Zusammenleben und Solidarität über eine unerwartet hohe Zahl von Bewerbungen. „Dafür, dass der Preis 2012 zum ersten Mal vergeben wird und in der Öffentlichkeit noch nicht so bekannt ist, ist die Zahl von 16 Bewerbungen überraschend und höchst erfreulich“, so Hendrijk Guzzoni, Vorsitzender der Jury, „damit stehen der Jury spannende und interessante Diskussionen ins Haus“. Die Bewerbungen für den Berndt Koberstein Preis 2012 kommen aus einer vielfältigen Palette von Handlungsfeldern, aus den Bereichen Soziales und Wohnen, von Jugend und Bildung, Migration, Soziales und Arbeit und aus der Kultur, teilte die Jury mit. Die Jury wird am 28. Januar 2012 ein erstes Mal tagen und voraussichtlich im März eine Entscheidung treffen.

Freitag, 25. November 2011

Bewerbungsschluss für den Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität 2012 ist der 30. November 2011

Mit dem Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität sollen Projekte, Initiativen, Personen oder Organisationen ausgezeichnet werden, die mit beispielhaften Aktivitäten und Initiativen in besonderer Weise zu einem guten nachbarschaftlichem Zusammenleben, zu einem solidarischen Miteinander der Menschen beitragen. Es sollen insbesondere auch Initiativen gewürdigt werden, die das Eigenengagement von Menschen für ein gutes Miteinander-Leben fördern, die Ausgrenzung bekämpfen und Inklusion befördern.

Bewerbungen können bis zum 30.11. 2011 gereicht werden an info@berndt-koberstein-preis.de oder an Hendrijk Guzzoni, den Vorsitzenden der Jury.

Der Preis ist mit 10.000.-€ dotiert und soll im Frühjahr 2012 erstmals (und dann jährlich) vergeben werden.

Samstag, 15. Oktober 2011

Jury trifft sich zu einer ersten Besprechung

Die Jury des Berndt Koberstein Preises hat sich am 1. Oktober zu einer ersten Besprechung getroffen. Die Jury-Mitglieder tauschten sich über ihre Vorstellungen und Erwartungen aus, die sie mit dem Berndt Koberstein Preis und ihrer Mitarbeit in der Jury verbinden. Dabei wurde auch allgemein über Kriterien für die Vergabe gesprochen, wobei Einvernehmen herrschte, dass die Bewerbungskriterien nicht starr festgelegt sein sollten, dass möglichst vielen Projekten und Initiative die Möglichkeit eröffnet sein sollte, sich für den Berndt Koberstein Preis zu bewerben. Erfreut nahm die Jury den Eingang der ersten Bewerbung zur Kenntnis. Bestätigt wurde der 30. November als Bewerbungsschluss für den Berndt Koberstein Preis 2012. Die erste Jury Sitzung soll Anfang 2012 stattfinden, die Verleihung im Frühjahr 2012 stattfinden.

Donnerstag, 1. September 2011

chilli: 10.000 Euro für Solidarität - Guzzoni lobt "Berndt Koberstein Preis" aus

Anlässlich des 25. Todestages seines Freundes Berndt Koberstein hat Stadtrat Hendrijk Guzzoni jetzt den "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis soll Menschen, Projekte oder Organisationen auszeichnen, die Ausgrenzung bekämpfen und zu einem nachbarschaftlichen Zusammenleben beitragen. Zudem soll er an Kobersteins Wirken in Nicaragua erinnern.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Berndt-Koberstein-Preis 2012

Anlässlich des 25. Todestags seines Freundes Berndt Koberstein hat Stadtrat Hendrijk Guzzoni den "Berndt-Koberstein-Preis für Zusammenleben und Solidarität" ins Leben gerufen. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis soll Menschen, Projekte oder Organisationen auszeichnen, die Ausgrenzung bekämpfen und zu einem nachbarschaftlichen Zusammenleben beitragen. Zudem soll er an Kobersteins Wirken in Nicaragua erinnern. Eine Jury wird den Preis jährlich an einen oder mehrere Preisträger, die aus Freiburg oder Umgebung stammen, vergeben. Sie besteht aus acht Mitgliedern, die einen Bezug zu Koberstein haben und sich sozial oder kulturell engagieren. Guzzoni ist Vorsitzender ohne Stimmrecht, die übrigen Juroren sind stimmberechtigt.

Der Preis soll erstmals 2012 überreicht werden. Anwärter können von der Jury vorgeschlagen werden oder sich von sofort an auf http://www.berndt-koberstein-preis.de bewerben. Die Bewerbungsfrist endet am 30. November 2011.

BZ: Vor 25 Jahren wurde Berndt Koberstein in Nicaragua ermordet

„Das hier ist wohl der schönste Job, den ich je gemacht habe.“ So beschrieb Berndt Koberstein seine Arbeit für eine Wasserleitung in Wiwilí. Der Brief an eine Freundin ist datiert vom 12. Juni 1986. Eineinhalb Monate später war der Freiburger Gewerkschafter und Kommunist tot.

Den ganzen Artikel lesen:
http://www.badische-zeitung.de/freiburg/vor-25-jahren-wurde-berndt-koberstein-in-nicaragua-ermordet--47965659.html

Mittwoch, 27. Juli 2011

Radio Dreyeckland: Berndt Koberstein Preis gestiftet

Hendrijk Guzzoni hat einen Preis gestiftet. Dotiert mit 10.000 € soll die solidarische Zusammenarbeit und Leben prämiert werden.

Hendrijk Guzzoni zum Namensgeber Berndt Koberstein, der am 28.7.86 vor 25 Jahren von US finanzierten Contras in Nicaragua ermordet wurde und zum Preis, der Jury und wer sich wo bewerben kann.