Freitag, 3. Mai 2019

Laudatio auf „friga e.V. Sozialberatung in der Fabrik“.

von Jess Jochimsen


Liebe Preisträgerinnen, liebe Jury,
sehr geehrte Damen und Herren,

der Preis, dessentwegen wir hier sind, erinnert nicht nur an das Wirken seines Namensstifters, er beinhaltet in seiner vollen Betitelung auch ein „wofür“. Weil dieses „wofür“ ziemlich wundervoll ist und weil es die Preisträgerin, die ich loben möchte, so treffend beschreibt, sei es einmal komplett genannt und ausgesprochen. Und zwar gleich, im ersten und wichtigsten Satz:

Der diesjährige „Berndt Koberstein Preis für Zusammenleben und Solidarität in Freiburg“ geht – wie ich finde, zu Recht und aus besten Gründen – an die „Freiburger Initiative gegen Arbeitslosigkeit, friga, Sozialberatung in der Fabrik“. Herzlichen Glückwunsch!

Laudatio Straßenschule Freiburg


von Dirk Oesselmann


Liebe Gäste und Mitwirkende dieser Preisverleihung, liebe Engagierte, besonders die der Straßenschule, sehr geehrte Damen und Herren,

„Wir gehen dorthin, wo keiner hinwill!“ – „Wir sind mit denen, die keiner sehen will!“ – „Wir sind bei denen, die keiner hören will!“ So definierten sich die Streetworker, mit denen ich vor vielen Jahren in meiner Arbeit mit Straßenkindern im Großraum São Paulo Kontakt hatte. Zwei Dinge sind daran bemerkenswert: Einmal die besondere Aufmerksamkeit auf die No-Go / No-See / No-Hear-Menschen. Ja, es gibt sie: Menschen, die mitten unter uns sind und trotzdem ist es so, als ob sie nicht da wären. Zum anderen, es kommt darin eine gegenläufige Dynamik gegen ein gesellschaftliches Nicht-Wollen zum Ausdruck, gegen auch emotional begründete Ausgrenzung.

Donnerstag, 3. Mai 2018

Koberstein Preisverleihung 2018

Laudatio für das Linkes Zentrum adelante von Lina Wiemer-Cialowicz

Liebes LIZ, lieber Hendrijk, liebe Jury, liebe Engagierte, sehr geehrte Damen und Herren,

die Verleihung des Bernd-Koberstein-Preises an das Linke Zentrum adelante freut mich sehr und sie bietet mir und uns die Möglichkeit, ganz allgemein und generell, aber auch konkret über „Linkes Engagement“ und „Linke Politik“ in Freiburg nachzudenken.

„Gemeinsam, solidarisch, selbstverwaltet.“ So versteht sich das Linke Zentrum in der Glümerstraße 2 in der Freiburger Wiehre. Ich finde, das ist nicht nur die Beschreibung des Ist-Zustands, es ist auch zukunftsweisend.

Das Linke Zentrum ist ein Ort, der bald sein sechs-jähriges Bestehen in sehr bürgerlicher Nachbarschaft feiert. Ein Ort, gegründet von einem Kollektiv von zumeist Alt-Linken, ist ein Ort für potentielle Jung- und Neu-Linke geworden. Ein Ort, der es seit sechs Jahren schafft, sich allein aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen zu finanzieren. Von Beginn an bestand der Anspruch eine Anlaufstelle vor allem für junge Menschen zu sein. Dass dies gelungen ist, wird spätestens bei den Straßenfesten in der Glümerstraße deutlich.

Anspruch und Wirklichkeit liegen beim Linken Zentrum dicht nebeneinander. Und das können nicht alle linken Anlaufstellen in Freiburg von sich behaupten.

Erfolgreich können linken Bewegungen und linke Politik dann sein, wenn sie allgemeinen Schlagwörtern wie Kapitalismuskritik, Neoliberalismus oder Heteronormativität ein Aussehen jenseits von Dogmatismus und Ideologien verleihen, und wenn sie es schaffen, linke Theorien in praktische Arbeit zu übersetzen. Genau das gelinkt im Linken Zentrum, denn es bietet einen niederschwelligen und offenen Raum für linke Politik. Neben Vorträgen, Organisation von Demos oder Lesekreisen, können dort Menschen zusammenkommen, die noch in keiner fest organisierten Gruppe aktiv sind.